Bit­coin wert­vol­ler als Gold

Eine Nach­richt erschüt­terte heute ein wei­te­res Mal die Finanz­märkte: Ein Bit­coin ist jetzt wert­vol­ler als eine Unze Gold.

Nach­dem schon drei Bit­co­in­bla­sen geplatzt sind, erreicht die digi­tale Wäh­rung jetzt einen neuen Höchst­stand. Wäh­rend eine Unze Gold heute mit 1228$ gehan­delt wurde, kratzte Bit­coin knapp unter der 1300$ Marke und wurde mit 1290$ pro Bit­coin gehan­delt.

Bitcoin/$ Preis­ent­wick­lung, by Ster3o­Pro, CC BY-SA 4.0

Es war damals schon eine kleine Sen­sa­tion, dass eine digi­tale Wäh­rung, dessen Wert sich nur aus dem Ver­trauen der Nutzer speist, soviel wert war, wie ein Gramm Gold. Dass ein Bit­coin jemals soviel wert sein würde, wie eine Unze, wäre damals als völ­li­ger Unsinn abge­tan worden. Auch Sato­shi Naka­moto, das unbe­kannte Phan­tom hinter Bit­coin, konnte sich 2008, als der Bit­co­in­al­go­rith­mus ver­öf­fent­licht wurde, sicher nicht vor­stel­len, dass Bit­coin solch ein Erfolg werden würde.

Wie kam es zum Auf­stieg von Bit­coin?

Doch wie kam es zu dem kome­ten­haf­ten Auf­stieg von Bit­coin? Der Algo­rith­mus von Bit­coin ist in sich defla­tio­när. Die Summe aller “schürf­ba­ren” Bit­co­ins ist begrenzt auf 21 Mil­lio­nen Stück. Und je mehr Bit­co­ins auf dem Markt sind, desto mehr Rechen­auf­wand braucht man zum “schür­fen”.

Schür­fen? Schür­fen ist eigent­lich eine Beloh­nung, die der User dafür erhält, dass er dem Bit­coin-Netz­werk Rechen­leis­tung zur Ver­fü­gung stellt, um die Über­wei­sun­gen zu bestä­ti­gen. Bit­coin kommt näm­lich ohne eine zen­trale Instanz aus, welche die Über­wei­sun­gen bestä­tigt. Als echte Peer-to-Peer Wäh­rung werden die Über­wei­sun­gen vom Netz­werk bestä­tigt. Das Bit­coin-Netz­werk basiert auf einer von den Teil­neh­mern gemein­sam, mit Hilfe einer Bit­coin-Soft­ware ver­wal­te­ten, dezen­tra­len Daten­bank (die Block­chain), in der alle Trans­ak­tio­nen gespei­chert sind. Und dafür, dass man für den Pro­zess Rechen­leis­tung zur Ver­fü­gung stellt, erhält man als Beloh­nung Bit­co­ins. Diesen Pro­zess nennt man “mining”, zu deutsch “schür­fen”.

Wenn Sie jetzt aller­dings denken, sie könn­ten auf ihrem alten Laptop neben­her ein paar Bit­co­ins schür­fen, liegen sie leider falsch. Die zu berech­nen­den Krypto-Algo­rith­men sind inzwi­schen so kom­pli­ziert, dass man nur mit spe­zi­el­ler Hard­ware über­haupt schür­fen kann, am besten wenn man den Strom nicht selber bezah­len muss.

Inzwi­schen gibt es große Pro­fi­schür­fer, die Turn­hal­len voller was­ser­ge­kühl­ter Rech­ner­ein­hei­ten haben, um Bit­co­ins zu schür­fen. Dage­gen kommt man als Pri­vat­per­son nicht an. Es gab eine Zeit am Anfang, als ein Bit­coin noch ein paar Cent Gegen­wert hatten, da konnte man tat­säch­lich ohne spe­zi­elle Hard­ware schür­fen. Aber damals konnte ja noch nie­mand ahnen, dass Bit­co­ins mal soviel wert sein würden. Und wer welche hatte, hat sie dann spä­tes­tens bei zehn Euro Gegen­wert ver­kauft.

Aber es gibt inzwi­schen eine unüber­seh­bare Anzahl an ande­ren Coins, wo jedem frei­steht mit seinem alten Laptop zu schür­fen, in der Hoff­nung die Coins sind irgend­wann mal soviel wert, wie Bit­coin.

Pro­fes­sio­nel­les Bit­coin-Mining­zen­trum, by Marco Krohn, CC BY-SA 4.0
Wofür braucht man Bit­coin?

Doch wofür benutzt man Bit­coin eigent­lich? Schon­mal ver­sucht mehr als 10.000 Euro in ein ande­res Land ein­zu­füh­ren? Da muss man am Zoll einen Teil von abdrü­cken. Ein paar Bit­co­ins auf einem USB-Stick sind jedoch in der Mes­ser­ta­sche in ein frem­des Land gebracht, ohne dass der Staat mit seinen langen Fin­gern danach greift. Oder: eine Über­wei­sung dauert oft ohne ersicht­li­chen Grund skan­da­lös lang. Klar: die Banken arbei­ten mit dem Geld ihrer Benut­zer. Mil­li­ar­den von Euros und Dol­lars 24 Std von der Bank zurück­ge­hal­ten, bis zur Über­wei­sung, brin­gen schon ein paar Zinsen. Und das jeden Tag. Mit Bit­coin kann man umsonst Sofort­über­wei­sun­gen täti­gen, die in der Regel in ein paar Minu­ten beim Emp­fän­ger ange­kom­men sind.

Und auch Men­schen, die nicht gerne eine “Paper-Trail” hin­ter­las­sen, bedie­nen sich gerne Bit­co­ins. Im Dar­knet, das heisst dem nicht durch Such­ma­schi­nen indi­zier­ten Teil des Inter­nets, den man nur mit spe­zi­el­len Brow­sern besur­fen kann, gibt es Schwarz­märkte, wo man von Drogen, über Waffen bis hin zu Bot­net­zen und Hacking-Tools, was das Kri­mi­nel­len­herz begehrt, käuf­lich erste­hen kann.

Sollte man heute Bit­co­ins kaufen?

Die Frage ist genauso sinn­voll wie: Sollte man heute bestimmte Aktien kaufen? Man weiß nicht ob ein Bit­coin morgen seinen Wert ver­dop­pelt, oder gar nichts mehr wert ist. Des­halb gilt für Bit­co­ins das glei­che was für Aktien gilt: Nur mit Geld spe­ku­lie­ren, was man sich leis­ten kann zu ver­lie­ren. Und: halten Sie es wie der Finanz­mo­gul Warren Buffet:

Inves­tie­ren Sie nur in Finanz­pro­dukte, die Sie ver­ste­hen.

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  • By Marco Krohn (Own work, CC BY-SA 4.0, via Wiki­me­dia Com­mons
  • By Xiangfu (Own work), CC BY-SA 4.0, via Wiki­me­dia Com­mons
  • By Ster3o­Pro (Own work), CC BY-SA 4.0, via Wiki­me­dia Com­mons

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