Fact­che­cking beim Conway-Mikro­wel­len­hype

Da die Main­stream­me­dien offen­sicht­lich keine grö­ße­ren poli­ti­schen Fehler in Trumps Wirken finden, suchen sie wieder nach dem Haar in der Suppe. Und da müssen sie tief graben. Ins Visier gerät dabei wieder einmal Kel­ly­anne Conway. Sie war schon mehr­mals den Hass­ti­ra­den der Main­stream­me­dien aus­ge­setzt. Manch­mal durch­aus zurecht. Bei­spiel wäre die Aus­sage, die sie über den Vor­fall in Bow­ling Green getrof­fen hat. Sie sprach von einem Ter­ror­an­griff. Es han­delte sich jedoch “nur” um Ter­ror­un­ter­stüt­zer und nicht um einen Anschlag.

Alter­na­tive Fakten

Nach­rich­ten­ge­schichte hat ihre Wort­krea­tion von den alter­na­ti­ven Fakten gemacht. Mit Hohn wurde diese Aus­sage durch die Medien gepeitscht. Aber: Weder Conway noch Trump haben die Wahr­heit soweit dekon­stru­iert, dass es eben keine abso­lute Wahr­heit mehr gibt. Son­dern nur noch alter­na­tive Wahr­hei­ten, mit alter­na­ti­ven Fakten. Trump und sein Team sind ledig­lich raf­fi­nierte Nutz­nie­ßer dieser Situa­tion und ver­ste­hen es her­vor­ra­gend, die Kla­via­tur der “alter­na­ti­ven Fakten” zu spie­len.

Die Main­stream­me­dien im Fake-News-Taumel

Andere Medi­en­kam­pa­gnen gegen Conway waren aller­dings mehr als nur arm­se­lig. Diese Kam­pa­gnen sind eines seriö­sen Jour­na­lis­mus unwür­dig und zeig­ten einmal mehr die dezen­trale Gleich­schal­tung der Main­stream­me­dien. Sowohl der US-, als auch der Deut­schen Medien. Eine Nach­richt, die keine war wurde gehy­ped und auf­ge­bauscht, als wäre Hitler in einem gol­de­nen U-Boot am Nord­pol auf­ge­taucht. Sie saß nicht auf der Couch im Oval Office, nein, ... sie kniete. Indem sie diese Nicht-Nach­rich­ten auf­blä­hen geben sich die Main­stream­me­dien der Lächer­lich­keit preis. Wie ein­gangs erwähnt: wenn das alles ist, was die Medien gegen Trump und sein Team haben, können die ja so schlecht nicht sein.

Fact­che­cking: Gibt es mikro­wel­len­ge­stützte Spio­nage?

Doch nun zum Mikro­wel­len Fakt­che­cking. Conway behaup­tet, dass bei der Über­wa­chung von Trump Mikro­wel­len zum Ein­satz kamen. Geifer- und hohn­sprit­zend über­schlu­gen sich unsere Medien wieder. “Mikro­wel­len? Zum Abhö­ren? Fake-News, post­fak­tisch und Lüge”.
Doch haben diese Vor­würfe der Post­fak­ti­zi­tät Bestand? Können Mikro­wel­len zur Spio­nage ange­wen­det werden? Hier der Fak­ten­check:

1) Optisch: Das MIT ent­wi­ckelte 2015 eine Tech­nik, die es ermög­licht mit Mikro­wel­len durch Wände zu schauen. Diese Tech­nik ermög­licht es prä­zise 3D Bilder bei Dun­kel­heit, durch Nebel und wie­ge­sagt eben auch durch Wände zu schie­ßen.

 
  MIT-Video: Mikrowellen zum Durchschauen von Wänden

2) Akus­tisch: Die NSA-Leaks von Edward Snow­den ent­hüll­ten einige tech­ni­sche Details und Gad­gets, die von der NSA ein­ge­setzt werden. Unter ande­rem benut­zen die NSA pas­sive Wanzen zur Exfil­tra­tion von Audio­si­gna­len. Es gibt bei ihren Tools eine ganze Fami­lie dieser soge­nann­ten Radar-Retro­re­flek­to­ren. Der Vor­teil von sol­chen pas­si­ven Wanzen ist, dass sie mit nor­ma­len Detek­to­ren und Emp­fän­gern nicht auf­spür­bar sind. Erst eine Bestrah­lung mit  Mikro­wel­len von außer­halb akti­viert sie. Die Tech­nik ähnelt einem Sekun­där­ra­dar bei Flug­zeu­gen. Das Mikro­wel­len-Echo wird ent­spre­chend den zu über­tra­ge­nen Daten über eine Schal­tung mit einem Field Effect Tran­sis­tor nach Recht­eck­si­gna­len unter­schied­li­cher Fre­quenz modu­liert.

Ein pein­li­ches Eigen­tor für die Main­stream­me­dien

Hier wird klar: Conway weiß ver­mut­lich nicht die tech­ni­schen Hin­ter­gründe (“Im not Inspec­tor Gadget”), aber mikro­wel­len­ba­sierte Spio­na­ge­tech­nik ist Rea­li­tät. Viel­leicht soll­ten die Medien sich end­lich mal auf ihre eigent­li­che Auf­gabe kon­zen­trie­ren. Näm­lich neu­trale Nach­rich­ten, über Ereig­nisse von signi­fi­kan­ter Bedeu­tung machen. Mit dieser Tirade hat sich unsere und die US-Main­stream­presse mal wieder ein pein­li­ches Eigen­tor geschos­sen. Außer­dem haben sie unter Beweis gestellt, dass sie von der gän­gi­gen Spio­na­ge­tech­nik und dem Ausmaß der NSA-Über­wa­chung keine Ahnung haben. Und des wei­te­ren sind sie so der­ma­ßen von ihrem Hass zer­fres­sen und von ihrem Sen­dungs­auf­trag beseelt, dass sie es für nötig halten, auf sol­chen Sachen her­um­zu­rei­ten.

Selbst wenn es falsch gewe­sen wäre, ist das Ver­hal­ten der Man­stream­me­dien nur noch pein­lich und arm­se­lig. Da brau­chen sie sich nicht zu wun­dern, wenn ihnen die Leser weg­ren­nen und sich “alter­na­tive Medien” zuwen­den.

 

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