Die NSU-Chi­märe – Lügen, Ver­tu­schung und Zeu­gen­ster­ben – Teil I

Teil 1 – der “Selbst­mord”

Das Phä­no­men “NSU” ist alles andere als geklärt. Je länger der Gerichts­pro­zess und die Unter­su­chungs­aus­schüsse laufen, desto mehr Unge­reimt­hei­ten kommen zu Tage. Die schiere Masse an Merk­wür­dig­kei­ten, Lügen und Ver­tu­schun­gen würden den Rahmen eines ein­zel­nen Arti­kels spren­gen.

Planet News Net­work wird des­halb in den nächs­ten Wochen, eine Arti­kel­se­rie über die NSU-Chi­märe und die zahl­rei­chen Unge­reimt­hei­ten ver­öf­fent­li­chen. Der erste Arti­kel soll eine kurze Ein­füh­rung und einen Über­blick über das Ende des “NSU” geben, in den fol­gen­den Arti­keln werden dann wei­tere Details aus­ge­leuch­tet. Dieser Arti­kel­se­rie erhebt, auf­grund des gigan­ti­schen Aus­ma­ßes des Falls, keinen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit und soll vor allem Denk­an­stöße geben, das offi­zi­elle Nar­ra­tiv in Frage stel­len und inter­es­sier­ten Lesern einen Ansatz­punkt geben, selber zu recher­chie­ren. Es soll hier also kein chro­no­lo­gi­scher Ablauf erstellt, son­dern die auf­fäl­ligs­ten Unge­reimt­hei­ten beleuch­tet werden.

Die NSU-Chi­märe

In Deutsch­land ging ein Gespenst um, das Gespenst des “Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds”. Das offi­zi­elle Nar­ra­tiv ordnet dem Phä­no­men die drei Jenaer Rechts­ra­di­ka­len Uwe Mund­los, Uwe Böhn­hardt und Beate Zschäpe zu. Ihnen werden zur Last gelegt: meh­rere Bom­ben­an­schläge, Bank­über­fälle, ein Poli­zis­ten­mord und die Mord­se­rie an größ­ten­teils kur­di­schen Ein­wan­de­rern, die in den Main­stream­me­dien als “Döner­morde” bezeich­net wurde. Alles in allem 27 Taten.

Das pikante: an keinem der Tat­orte gibt es irgend­wel­che DNS-Spuren oder Fin­ger­ab­drü­cke der drei, oder belast­bare Tat­ort­zeu­gen. Das ist ein­ma­lig in der Kri­mi­nal­ge­schichte. Groß­teile der Anklage stüt­zen sich also auf die beiden Waffen, die unter mehr als zwei­fel­haf­ten Umstän­den zu Tage gekom­men sind. Die Česká, die Waffe der Mord­se­rie,  die im Brand­schutt des explo­dier­ten Hauses in Zwi­ckau “gefun­den” wurde. Im Auf­fin­de­pro­to­koll ist jedoch weder ein genauer Finder (“Bereit­schafts­po­li­zei”), noch der genaue Fund­ort (“Brand­schutt”) ange­ge­ben. Die zweite Waffe, die Heckler&Koch der ermor­de­ten Poli­zis­tin aus Nürn­berg, wurde sicher­ge­stellt, als das NSU-Wohn­mo­bil unbe­wacht in der Halle des Abschlepp­un­ter­neh­mers, der das Wohn­mo­bil in Eisen­ach abge­schleppt hat, stand. Beides ein­fach zu mani­pu­lie­rende Auf­fin­de­si­tua­tio­nen.

Das Ende des “NSU

Auch das Ende des “NSU” ist umge­ben, von einem Schleier aus Des­in­for­ma­tion, Ver­tu­schung und der Unglaub­wür­dig­keit. Am 4. Novem­ber 2011 fand mor­gens, in einer Spar­kasse in Eisen­ach, ein Bank­über­fall statt. Die Täter flüch­te­ten zu Fuß. Die Poli­zei löste eine Ring­fahn­dung aus. Nach offi­zi­el­lem Nar­ra­tiv wurden, auf einem Super­markt­park­platz, von einem Rent­ner zwei Männer beob­ach­tet, die Fahr­rä­der auf ein Wohn­mo­bil luden. Nach diesem Wohn­mo­bil wurde dann gefahn­det. Gegen mittag fanden zwei Strei­fen­po­li­zis­ten ein Wohn­mo­bil in einem Wohn­ge­biet in Eisen­ach-Stregda. Angeb­lich gab es einen Schuss­wech­sel und auf einmal beka­men die beiden Neo­na­zis kalte Füße und töte­ten sich selber. Die Erklä­rung dafür ist inter­es­sant:

In diesem Moment ist mög­li­cher­weise eine spon­tane Dera­di­ka­li­sie­rung ein­ge­tre­ten”

Bernd Wagner Kri­mi­no­loge und “Experte” für Rechts­ex­tre­mis­mus

Spon­tane Dera­di­ka­li­sie­rung. Zwei Neo­na­zis, die angeb­lich jah­re­lang mor­dend durch die Repu­blik zogen und bis an die Zähne bewaff­net waren, beka­men es, beim Anblick von zwei Strei­fen­po­li­zis­ten, also auf einmal mit der Angst zu tun und erla­gen einer “spon­ta­nen Dera­di­ka­li­sie­rung”.

Jetzt soll Uwe Mund­los erst seinen Kame­ra­den erschos­sen haben, dann das Wohn­mo­bil ange­steckt haben. Dann soll er sich mit einer Schrot­flinte in den Kopf geschos­sen haben, um dann die Schrot­flinte noch einmal durch­zu­la­den. Sie lesen rich­tig. Einer der beiden Neo­na­zis bläst angeb­lich per Krön­lein­schuss sein Hirn raus,um dann brav noch­mal die Schrot­flinte durch­zu­la­den.

Groß­teile seines Gehirns und das seines Kame­ra­den, wurden übri­gens nicht gefun­den: Es fehlen etwa zwei Drit­tel der Hirn­masse. Und: an der Schrot­flinte fanden sich keine Fin­ger­ab­drü­cke, obwohl Mund­los keine Hand­schuhe trug, wie man auf den Tat­ort­fo­tos gut erken­nen kann.

Und in der Lunge von Mund­los wurde ent­ge­gen der Behaup­tun­gen der Poli­zei, keine Ruß­par­ti­kel gefun­den, was darauf hin­deu­tet, dass er schon tot war, als das Feuer gelegt wurde.

Doch die Auf­fäl­lig­kei­ten enden dort nicht. Was danach geschah, kann man eigent­lich nur als Tat­ortsa­bo­tage, durch den zustän­di­gen Gothaer Poli­zei­chef Michael Menzel, beschrei­ben. Erst beschlag­nahmt er die Tat­ort­fo­tos der Feu­er­wehr. Dann geht er mit einer Harke (alleine) in das Wohn­mo­bil, um den Tatort ein biss­chen “nach Spuren zu durch­har­ken”. Tat­ort­si­che­rung durch Foren­si­ker? Fehl­an­zeige. Dann ließ Menzel das Wohn­mo­bil über eine 40° Rampe auf einen Abschlepp­wa­gen ziehen. Zeugen berich­ten, wie es im inne­ren des Wohn­mo­bils gerum­pelt und gepol­tert hat. Jede Spur die nach seiner Hark­ak­tion even­tu­ell noch brauch­bar gewe­sen wäre, wurde so nach­hal­tig zer­stört. Doch das Wohn­mo­bil wurde nicht etwa zur Poli­zei gebracht, son­dern in die unbe­wachte Halle des Abschlepp­un­ter­neh­mers. Dort wurde dann auch glück­li­cher­weise die Poli­zei­waffe aus Nürn­berg “gefun­den”, die Herr Menzel, bei seiner Har­ke­rei, über­se­hen haben muss.

Und das ist alles nur ein Bruch­teil der Unge­reimt­hei­ten und Auf­fäl­lig­kei­ten, die über diesem Vor­gang ans Licht gekom­men sind. Eine gründ­li­che Ana­lyse finden Sie hier:

Black­box” von Par­lo­graph

Wie ein­gangs schon erwähnt, sollte sich jeder inter­es­sierte selber ein Bild machen. Denn eins ist klar: das offi­zi­elle Nar­ra­tiv, was von unse­ren “Qua­li­täts­me­dien” so bereit­wil­lig ver­brei­tet wird, stinkt zum Himmel. Aber es gibt viele Mög­lich­kei­ten, selber zu recher­chie­ren: Es befin­den sich viele gele­akte Akten im Netz, z.B. bei den NSU-Leaks. Der Dienst zum Down­load wurde ein­ge­stellt, aber in dem Thread finden sich meh­rere Mir­rors der Akten, so zum Bei­spiel hier.

Die Gerichts­pro­to­kolle zum NSU-Pro­zess findet man bei der NSU-Watch. Der Infor­ma­ti­ons­wert hält sich nach Mei­nung des Autors jedoch in Gren­zen, weil der Pro­zess offen­sicht­lich dazu dienen soll, das offi­zi­elle Nar­ra­tiv zu stüt­zen und die Auto­ren der Pro­to­kolle nicht neu­tral sind und auch schon Fehler (ob nun absicht­lich oder unab­sicht­lich) in den Pro­to­kol­len gefun­den wurden. Auch findet man dort die Doku­men­ta­tion der Unter­su­chungs­aus­schüsse.

Im nächs­ten Teil werden wir den Kom­plex um den Poli­zis­ten­mord in Nürn­berg beleuch­ten.

Bild­quel­len

  • Bei­trags­bild: Screen­shot aus dem angeb­li­chen NSU-Beken­ner­vi­deo
  • Uwe Mund­los Leiche: Arbeits­kreis-NSU

3 thoughts on “Die NSU-Chi­märe – Lügen, Ver­tu­schung und Zeu­gen­ster­ben – Teil I”

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  5. Nsulm says:

    Poli­zis­ten­mord in Nürn­berg?? 😉 Letzte Zeile ist edi­tie­rungs­wür­dig. Ansons­ten recht guter Ein­stieg.

    Gruß

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